Ein Programm über die Spuren der letzten Dinge im Hier und Jetzt: Kurt Weill schrieb sein Berliner Requiem auf Texte von Beroltt Brecht, um „das auszudrücken“, was der großstädtische Mensch unserer Zeit zur Erscheinung des Todes zu sagen hat. Die Musik dazu ist bissig- nüchtern aus dem Geist der Neuen Sachlichkeit. Mike Svoboda, der mit „Adam und Eva“ zuletzt eine Oper über die alte Frage von Gut und Böse schrieb, hat nun ein Seitenstück zu Weills diesseitigem Requiem komponiert. Und Benjamin Britten versieht in „Sacred and Profane“ Volkslieder des Mittelalters höchst virtuos mit modernen Tönen und das ernste Thema mit britischem Humor: „Dann gleite ich hinüber, vom Bett zum Fußboden, vom Fußboden zum Leichentuch, vom Leichentuch zur Bahre und zum Grab. Dann ruht mein Haus auf meiner Nase. Und mich kümmert es kein bisschen.“
SWR Vokalensemble
Ensemble Ascolta
Benjamin Goodson, Dirigent
Benjamin Britten: Ad Maiorem Dei Gloriam für Chor a cappella
Sacred and Profane für Chor op. 91
Kurt Weill: Berliner Requiem für Männerchor und Blasorchester
Mike Svoboda: Neues Werk für Frauenchor und Blasorchester (Uraufführung)
(UA/Kompositionsauftrag des SWR)
Foto: SWR Vokalensemble © Lena Semmelroggen