Roberto Zucco

Schauspiel von Bernard-Marie Koltès

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Veranstaltungsinfos

Premiere Straubing 12.05.2026

FAHNDUNGSPLAKAT
Ein Fahndungsplakat war es 1988, das den französischen Autor Bernard-Marie Koltès auf das Thema seines letzten Theaterstückes Roberto Zucco brachte. Gesucht wurde der 26-jährige Roberto Succo, der 1986 aus der psychiatrischen Haftanstalt in Reggio nell’ Emilia ausgebrochen war. 1981 hatte er scheinbar ohne Grund seine Eltern ermordet. In den zwei Jahren nach seiner Flucht beging er zahlreiche Verbrechen in der
Schweiz und Italien. Im Februar 1988 wurde er im italienischen Mestre verhaftet. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch vier Tage später nahm sich Roberto Succo am 23. Mai 1988 in seiner Gefängniszelle in Vicenza das Leben.

MOTIVSUCHE
Das Versagen jeglicher sozio-psychologischer Erklärungsmuster für die Mordtaten dieses „höflichen, jungen Mannes" löste Schrecken und Verunsicherung aus. Der reale Roberto Succo machte kaum Angaben zu seinen Verbrechen, was seine Taten noch verstörender machte. In fünfzehn Szenen entwirft Koltès die fiktiven letzten Stationen dieses Verbrechers - ein französisches Road-Movie, das virtuos mit Formen der Alltagskultur, des Kitsches und des antiken Mythos spielt. Der plötzliche Einfall des Bösen übt eine seltsame Faszination auf sie aus. Roberto Zucco aber zieht weiter, ein Heimatloser, der ohne Absicherung auf eine Suche geht, deren Ziel er selbst noch nicht kennt.

AUSSENSEITER
Bernard-Marie Koltès wurde 1941 in Metz geboren. Nach dem Besuch des dortigen Jesuiten-Internats studierte er ab 1967 Journalismus. 1970 begann er, für die Bühne zu schreiben und selbst zu inszenieren. 1976 gelang ihm der internationale Durchbruch mit Die Nacht kurz vor den Wäldern in der Regie von Patrice Chéreau, der zu einem wichtigen kreativen Partner für ihn wurde. Es folgten Stücke wie Der Kampf des Negers und der Hunde (1981), Quai West (1985) oder In der Einsamkeit der Baumwollfelder (1987). In seinen Werken beschäftigte sich Koltès mit der Entfremdung in unserer modernen Gesellschaft, der Ausgrenzung
des Fremden und Ungewohnten, die er als Homosexueller tagtäglich erlebte, mit Einsamkeit und Tod. Er starb 1989 an Aids, ein unbequemer Außenseiter, der der Welt immer wieder den Spiegel vorhielt.

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Veranstalter

Stadt Straubing - Kultur und Bildung -, Theresienplatz 2, 94315 Straubing

Tel: 09421/944-0
E-Mail:
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Veranstaltungsort

Theater am Hagen, Großer Saal – Am Hagen 61, 94315 Straubing – auf GOOGLE Maps ansehen öffnet ein neues Fenster

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