Der Zigeunerbaron

Operette von Johann Strauß

PREMIERE Passau 24.09.16 Landshut 30.09.16 Straubing 18.10.16

Ja, das Schreiben und das Lesen ...

Was wollen Zigeuner mit einem Baron? Wo sie doch ein freies und ungebundenes Leben führen, ihr feuriges Temperament sich in kraftvollen Csárdásklängen entlädt und sie nichts und niemandem untertan sind? Ihnen gegenüber sehen die feinen Herren der Wiener Gesellschaft etwas blass aus. Wichtig ist hier nicht, wer man ist, sondern wie man heißt: Wer kein Graf oder Baron ist, hat gar nichts zu melden und sieht sich dem Protest der Sitten-Kommission ausgesetzt. So ergeht es Sándor Barinkay, der nach langen Kriegswirren in die Heimat zurückkehrt und erkennen muss, dass die elterlichen Güter verfallen und überdies besetzt sind. Sein Vater wurde verbannt und die Gesellschaft verspottet den Sohn, weil er keinen Titel hat, allen voran der Schweinefürst und Analphabet Zsupán und dessen Tochter Arsena.

Sehnsucht nach der Heimat und Suche nach der eigenen Identität sind die zeitlosen Themen dieser Geschichte. Zigeuner – der Begriff ist heute verpönt und politisch nicht korrekt, weil durch die nationalsozialistische Vergangenheit rassistisch besetzt, und wenn er noch gebraucht wird, dann hat das Wort meist einen abfälligen Unterton. Die Verfasser des Zigeunerbarons wollten jedoch gerade die Verbrüderung unterschiedlicher Gruppen und Nationalitäten im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn demonstrieren. Die Sympathien liegen klar auf Seiten der Zigeuner. Den Titel der berühmten Operette von Johann Strauss jedenfalls kann man nicht ändern, die Thematik um Kriegselend, Heimatlosigkeit und Vorverurteilung aber bleibt hochaktuell.

EINFÜHRUNGEN Bei den Tagen der offenen Tür

Musikalische Leitung

Kai Röhrig

Choreographie
Bühnen- und Kostümbild
Chorleitung & Korrepetition
Eleni Papakyriakou